Meine psychotherapeutischen Methoden und Verfahren

Therapieverfahren sind nicht hinsichtlich aller Störungen und persönlicher Probleme gleich effektiv. Daher sollte das ausgewählte Verfahren in Bezug auf Ihre Problemstellung eine wirksame Abhilfe erwarten lassen. Gleichfalls sollte das Verfahren auch zu Ihnen passen - unüberwindbare Bedenken oder Aversionen gegen das Vorgehen führen dazu, dass es seine Wirkung nicht oder nicht voll entfalten kann. Abhängig von der individuellen Notwendigkeit und aktuellen Belastbarkeit sowie Ihren persönlichen Zielsetzungen und Anforderungen kann daher das Therapieverfahren im Verlauf des therapeutischen Prozesses angepasst werden.

In meiner Praxis biete ich nur wissenschaftlich anerkannte Therapieverfahren an.

Systemische Therapie

ist ein psychotherapeutisches Verfahren, dessen Schwerpunkt auf dem sozialen Kontext psychischer Störungen, insbesondere auf Interaktionen zwischen Mitgliedern der Familie und deren sozialer Umwelt liegt.

Die Systemische Therapie ist an den Beziehungsprozessen der Personen interessiert, die an der Entstehung und Aufrechterhaltung eines Problems beteiligt, und daher auch für Veränderungs- und Lösungsprozesse von Bedeutung sind. Dazu gehören nicht unbedingt nur Familienmitglieder, auch andere Personen oder Institutionen können von Bedeutung sein (die beteiligten Personen müssen bei einer Systemische Therapie jedoch nicht unbedingt anwesend sein).

Verwendet werden in der systemische Gesprächsführung "zirkuläre" Fragen sowie weitere Frage- und Interventionstechniken, die gleichermassen dazu dienen, das Problem und die Sicht darauf zu erkennen und diese zu "verstören" und somit neue Sichtweisen und Handlungsmöglichkeiten eröffnen.

In der systemischen Therapien werden oft metaphorische Techniken eingesetzt, beispielsweise sogenannte Skulpturen oder Stuhlarbeiten. Dabei werden Familienmitglieder von einer Person derart im Raum aufgestellt, so dass die Position und Haltung der Mitglieder ein Bild ihrer familiären Beziehungen ergibt.

Lösungsfokussierte Kurzzeittherapie

ist eine spezielle Art der Gesprächstherapie, die von den Psychotherapeuten Steve de Shazer und Insoo Kim Berg 1982 erstmals vorgestellt wurde. Sie geht von dem Standpunkt aus, dass es hilfreicher ist, sich auf Wünsche, Ziele, Ressourcen sowie die Ausnahmen vom einem Problem zu konzentrieren anstatt auf Probleme und deren Entstehung.

Die Lösungsfokussierte Kurzzeittherapie ist ein hocheffektives Werkzeug, welches die Stärken und Ressourcen einer Person in der Form aktiviert, dass sie selber handfeste Lösungen für Ihr Problem finden und wirksam umsetzten kann.

Der Begriff "Lösungsfokussiert" leitet sich davon ab, dass Probleme und Lösungen immer zusammenhängen. Dabei ist es jedoch nicht immer hilfreich bzw. notwendig, das Problem zu erforschen und zu analysieren, sondern den Fokus auf das Finden einer Lösung zu legen.

In der Lösungsfokussierten Kurzzeittherapie geht man davon aus, dass jeder, der ein Problem erlebt und schildert, bereits seine Lösung mit im Gepäck hat und diese "nur" noch entdeckt werden muss. Hierzu werden spezielle Fragetechniken, beispielsweise die "Wunderfrage", und Interventionsformen angewandt.

Systemisches Coaching

ist "Beratung ohne Ratschlag", d.h. eine Beratungsmethode, bei der keine direkten Lösungsvorschläge durch den Coach geliefert, sondern die Entwicklung eigener Lösungen begleitet wird. Ziel ist es somit, für den Klienten seine eigene Problemlösungskompetenz nutzbar zu machen, maßgeschneidert mit ihm an konkreten Problemen zu arbeiten und diese in möglichst effizienter Zeitnutzung zu lösen.

Im Gegensatz zum "klassischen Coaching" wird beim Systemischen Coaching dieser Ansatz um den Aspekt des sozialen Systems, in dem sich der Klient befindet, erweitert. Wir alle sind Teil eines sozialen Systems - Familie, Beruf, Freizeit. Und indem wir handeln, beeinflussen wir stets das gesamte soziale System, an dem wir teilnehmen und teilhaben. Somit hat jede unserer Handlungen Auswirkungen, die wir stets bewusste beachten sollten. Andererseits beeinflusst oder beschränkt uns das System auch in unserem Verhalten und den Problemlösungsmöglichkeiten. Dies legt nahe, die Systemstruktur neben den möglichen Ressourcen und Kompetenzen des Klienten entscheidend zu berücksichtigen. Denn im Rahmen des Systems eröffnen sich Möglichkeiten oder stellen sich Hinternisse für eine befriedigende Problemlösung.

PITT - Psychodynamisch Imaginative Traumtherapie

wurde von Dr. Luise Reddemann zur Behandlung von komplexen Traumafolgestörungen entwickelt und seit Jahrzehnten weiterentwickelt. Sie hat sich in der Behandlung von komplexen posttraumatischen Belastungsstörungen (DESNOS) sowie dissoziativen Störungen und Persönlichkeitsstörungen klinisch bewährt.

PITT versteht sich als angewandte Psychoanalyse mit Hilfe des „ego-state-Ansatzes” nach Federn und Watkins.

Die therapeutische Haltung begründet sich aus einer phänomenologischen Sichtweise, einer Orientierung am Würdeprinzip nach Kant und neuerdings Peter Bieri sowie Prinzipien der buddhistischen Ethik (Achtsamkeit und Mitgefühl).

Leitend ist das Konzept eines „heilen Kerns“ und daraus abgeleitet die Notwendigkeit der Unterstützung selbstregulativer Prozesse, also Resilienz- und Ressourcenorientierung. Herzstück der therapeutischen Arbeit sind mitgefühlsbasierte Interventionen.

EMDR - Eye Movement Desensitization and Reprocessing

was auf Deutsch "Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegungen" bedeutet, wurde von der US-amerikanischen Psychologin Francine Shapiro zur Behandlung von Traumafolgestörungen entwickelt.

Zu EMDR wird angenommen, dass durch die bilaterale Stimulation mittels bestimmter Augenbewegungen (oder auch akustischer oder taktiler Reize), eine Synchronisation unter den Gehirnhälften bzw. eine innere Reorganisation der dysfunktional wirkenden Traumaerfahrung ermöglicht wird.

Ferner wird erklärend Bezug genommen auf die REM-Phasen während des Schlafes, in denen starke Augenbewegungen stattfinden und dies relevant für einen erhöhten Verarbeitungsmodus des im Alltag Erlebten sein könnte.

MITT - Mehrphasige Integrative Traumatherapie

orientiert sich an der Empfehlung der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumalogie (DeGPT) und verbindet gestalttherapeutisch-humanistische, lernpsychologisch-verhaltenstherapeutische und systemische Ansätze.

Für die spezialisierte psychotherapeutische Behandlung von Erwachsenen mit Traumafolgestörungen kann aus den jeweiligen Therapiemethoden, entsprechend den posttraumatischen Entwicklungen und Bedürfnissen, eine jeweils individuelle Auswahl getroffen werden, mit Hilfe derer die destruktiven Auswirkungen reduziert und Selbstheilungskräfte stimuliert werden.

Dialogische Exposition

ist an der Zwei-Stuhl-Technik der Gestalttherapie angelehnt und dient der externalisierten Bearbeitung internaler Selbstanteile. Der Patient wird dazu ermutigt, mit diesen Anteilen seines Selbst in direkten Kontakt zu treten und sich mit diesen auf aktiver Weise auseinanderzusetzen. Dabei bekommt der Patient die Gelegenheit, die verschiedenen Selbstanteile miteinander in einen Dialog treten zu lassen, um diese beispielsweise miteinander zu versöhnen, so dass z.B. Schuldgefühle oder Selbstvorwürfe reduziert werden und er aus seiner möglichen Opferrolle oder der Rolle des Ohnmächtigen heraustreten kann.

Eine andere Möglichkeit der Dialogischen Exposition besteht darin, den traumatisierten mit dem nicht traumatisierten Anteil in Kontakt zu bringen und sich austauschen zu lassen. Auch kann der traumatisierte und/oder nicht traumatisierte Anteil mit der Repräsentanz des Täters (Täter-Introjektion) in Kontakt gebracht werden, um somit offene Wahrnehmungsaspekte zu schließen (z.B. sich nachträglich wehren, eine Entschuldigung verlangen).

Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT)

Die ambulante Behandlung mittels Dialektisch-Behavioraler Therapie in meiner Praxis wendet sich an Patienten mit einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom Typ Borderline. Mein Angebot umfasst dabei sowohl das Skills-Training in der Gruppe also auch die individuelle Betreuung im Einzelsetting. Abhängig von den komorbiden Begleitstörungen (z.B. Traumatisierung) wird die Therapie durch unterschiedliche Traumatherapiemethoden oder Methoden der Systemischen Therapie (z.B. Störung im Kontext der Familie) ergänzt.