Selbstzahler - Einschränkungen und Risiken vermeiden

Als Selbstzahler fällt Ihnen der Nachteil natürlich sofort ins Auge: Eine Therapie kann sehr kostspielig werden. Es gibt aber auch - weniger offensichtliche - Vorteile dieser Investition, die Sie bei der Aufnahme einer Therapie beachten sollten.

Kaum Wartezeit

Einen Termin für das Erstgespräch erhalten Sie bei mir in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen. Somit entfällt für Sie der Eintrag in eine lange Warteliste. Zudem bekommen Sie, zeitliche Flexibilität vorausgesetzt, schneller einen Termin für eine weiterführende Behandlung, da der Beantragungsweg bei der Krankenkasse entfällt.

Diskretion und Datenschutz

Als Selbstzahler einer Psychotherapie genießen Sie den Vorteil der absoluten Diskretion, denn in diesem Fall entfällt die Beantragung der Kostenerstattung und somit eine Befunderstellung für die Krankenkasse. Für die Kostenübernahme einer Psychotherapie fordern die Krankenkassen einen psychologischen Befund mit Angaben der psychischen Störung(en). Dadurch, dass keine Daten an offizielle Stellen und Krankenkassen weitergegeben werden, entfallen die Nachteile beim Abschluss von Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherungen sowie beim Wechsel in die private Kranken- oder bei einer Krankenzusatzversicherung, da im Rahmen einer Selbstauskunft oft Angaben zu Behandlungen der letzten 5 Jahre angefordert werden. Auch die Gefahr, dass Ihnen eine Verbeamtung wegen einer "offiziellen" Psychotherapie verweigert wird, verhindern Sie als Selbstzahler.

Weiterhin unterliegen Sie keiner Sperrfrist. Sollten Sie sich nach abgebrochener oder abgeschlossener Psychotherapie in einer Sperrfrist befinden, so übernehmen die Krankenkasse nicht die Kosten für eine Therapie. Als Selbstzahler können Sie sich dennoch therapeutische Unterstützung bei der Lösung Ihrer Probleme finden.

Keine Vorschriften zu Therapieverfahren und -dauer

Als Selbstzahler sind Sie nicht an die drei Psychotherapieverfahren (Verhaltenstherapie, Psychoanalyse und Tiefenpsychologie) gebunden, welche die Krankenkassen vorschreiben, sondern können das Verfahren nutzen, was zu Ihrem Anliegen am besten passt und Ihnen am meisten hilft. Die neuesten Entwicklungen psychotherapeutischer Ansätze, wie z.B. aus der Resilienz-Forschung, finden bei den Krankenkassen im Rahmen der Kostenübernahme keine Berücksichtigung. Dies zeigt sich ganz deutlich am Beispiel der Systemischen Therapie, welche seit Ende 2008 als wissenschaftliches Psychotherapieverfahren anerkannt ist, jedoch immer noch keine sozialrechtliche Anerkennung und damit eine Einstufung als viertes Richtlinienverfahren erhalten hat.

Zudem legen Sie die Länge und die Häufigkeit der Sitzungen sowie die Dauer der Therapie selbst fest. Eine Bindung an die klassischen 50 Minuten pro Sitzung sowie an bestimmte Mindest- und Höchststundenzahlen gemäß der Richtlinien zur Durchführung von Psychotherapie entfällt.